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Sonntag, 26. März 2017
04.01.12 - Unser Pressegespräch PDF Drucken E-Mail

Interview Christoph Bochinger mit Philipp Spiegel von Radio EuroherzAm 4. Januar 2012 hielten wir unser alljährliches Pressegespräch.

 

 

Presseerklärung 4. Januar 2012

Kontinuierliche Arbeit ist erfolgreich: Kein Geld für Zerstörung der Zukunft im Fichtelgebirge

Seit langen Jahren kämpfen Bürgerinitiativen und Umweltverbände im Fichtelge­birge gegen den Bau der B303 neu, der so genannten Fichtelgebirgsautobahn. Neutrassierungen im Süden und Norden des Fichtelgebirges wurden geplant und nach Bürgerprotesten wieder verworfen. Doch der vierspurige Ausbau der beste­henden B303 zwischen der Autobahn A9 im Westen und der Landesgrenze bei Schirnding im Osten wird bis heute weiterverfolgt. Dazu gehört auch eine Neutrassierung auf 11 km Länge zwischen Bischofsgrün und Gefrees/Bad Ber­neck.

 

Unter Naturschutz-Gesichtspunkten ist diese Trasse eine der schlechtesten überhaupt. Sie durchschneidet eines der ältesten Naturschutzgebiete in Bayern und mehrere FFH-Schutzgebiete. Auch zerstört sie die Lebensräume stark be­drohter Tierarten wie Auerhahn, Luchs, Schwarzstorch und Flussperlmuschel, die teils mit viel Aufwand erst vor wenigen Jahren wiederangesiedelt wurden. Die Anwesenheit solcher Tierarten zeigt, dass es sich um eine intakte Region han­delt. Sie darf nicht zur Durchgangstrasse für den Fernverkehr verkommen, son­dern muss schonend als Erholungs- und Tourismusgebiet entwickelt werden. Eine Fernstraße zerstört die Zukunftsperspektive der Region.

Auch wirtschaftlich ist das Projekt B303neu eines der unsinnigsten Verkehrspro­jekte in Deutschland: Die Verkehrszahlen gehen seit 1993 kontinuierlich zurück. Auch die Zahl der LKW sinkt seit 2004 kontinuierlich. Heute fahren weniger als 5000 Fahrzeuge täglich über den Grenzübergang bei Schirnding, davon noch ca. 1000 Schwerlastfahrzeuge. Dies nicht einmal die Hälfte des durchschnittlichen Verkehrsaufkommens auf zweispurigen deutschen Bundesstraßen. Dagegen ist der finanzielle Aufwand wegen der zu erwartenden Naturschutzauflagen extrem hoch – auch wenn diese wenig helfen werden. Entsprechend katastrophal ist der Kosten-Nutzen-Faktor des Projekts B303neu.

Bei einem Gespräch der BiG im Bundesverkehrsministerium am 14.12.2011 mit den Staatssekretären Dr. Andreas Scheuer MdB und Hartmut Koschyk MdB wurden diese Zahlen inklusive des schlechten Kosten-Nutzen-Faktors bestätigt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass im neuen Investitionsrahmenplan des Bundesverkehrsministeriums vom 14.11.2011 bis 2015 kein Geld für das Projekt B303neu vorgesehen ist. Lediglich der vierstreifige Ausbau der Ortsum­gehung Schirnding wird als „weiteres wichtiges Vorhaben“ aufgeführt, aber vo­raussichtlich aus Geldmangel nicht gebaut werden.

Gemeinsam mit dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz fordert die BiG in der Region ein Umdenken:
- Mit Fernstraßen in dünn besiedelten Gebieten schafft man keine Arbeitsplätze in der Region und zerstört die Lebensqualität für die Bevölkerung.
- Knappe Finanzmittel dürfen nicht für überdimensionierte Einzelprojekte verpul­vert werden, sondern müssen für eine sinnvolle Förderung der regionalen Infra­struktur eingesetzt werden.
- Die Zukunft des Fichtelgebirges liegt im naturnahen Tourismus und der Qualifi­kation als Erholungsgebiet.
- Dafür braucht es einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, reparierte Orts­verbindungsstraßen und mehr Geld für ein übergreifendes Tourismuskonzept.

Die BiG fordert deshalb:

Streichung des Projekts B303neu zwischen der A9 und dem Grenz­übergang Schirnding aus dem Bundesverkehrswegeplan

Transitsperre für den Schwerlast-Fernverkehr auf der B303 und allen anderen Ost-West-Verbindungen im Fichtelgebirge zwischen A9 und A93. Verlagerung des Transit-Schwerlastverkehrs auf vorhandene Autobahnen.

Ausbau der Bahnverbindungen Nürnberg – Marktredwitz/Bayreuth – Hof und Marktredwitz – Prag, Wiedereröffnung der Bahnlinie Selb – Asch.

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs für die touristische Erschließung des Fichtelgebirges im Rahmen der Metropolregion Nürnberg.

Umfassendes Entwicklungskonzept für die Region

 

Aktionen der BiG im Jahr 2012:

Für 2012 plant die BIG wieder öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. Vorraussichtlich im Herbst haben wir eine Veranstaltung mit dem Vorsitzenden des Bund Naturschutz und des BUND, Hubert Weiger.

 
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