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Sonntag, 5. September 2010
15.03.2010 - Jahreshauptversammlung PDF Drucken E-Mail

"Keine Autobahn durch unser Fichtelgebirge" - wer die Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn Gefrees und Umgebung (BIG) besuchte hatte, der weiß um die Heimatverbundenheit der Mitglieder. Traditionsgemäß wurde zum Abschluss das Fichtelgebirgslied gesungen, in dem es heißt "... und ich bitt` er mög` erhalten, mir noch lang die Heimat mein!"

Beim Fichtelgebirgslied

Dass  dieses Anliegen den Anwesenden bitterernst ist, zeigten die Rückblicke der Sprecher der BIG auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Bürgermeister Harald Schlegel schlug einen weiten Bogen von der der Veranstaltung am 30. August 2009 an der Burgkapelle Stein über das Gespräch mit Staatssekretär Gerhard Eck in Bad Berneck bis zu den eingereichten Petitionen an den Bayerischen Landtag hin zu der Entwicklung der Verkehrszahlen auf der B303. Eine klare Abfuhr erteilte er dem Sankt Floriansprinzip; "Wer nur auf seine unmittelbaren eigenen Interessen schaut, hat nicht die Gesamtheit des Fichtelgebirges vor Augen," meinte er.

Von dem Gespräch mit Staatssekretär Eck zeigte er sich enttäuscht, da nicht klar geworden sei, welche Planungen für den Bereich zwischen Bischofsgrün und der A9 laufen würden. "Die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsstudie und einer Machbarkeitsstudie werden offenbar noch in der Schublade gehalten. Wir fordern ihre sofortige Veröffentlichung!"

Die genaue Darstellung der Verkehrsentwicklung aufgrund der offiziellen Zahlen übernahm Gert Hartmann aus Wasserknoden. Hartmann stellte in den Vordergrund, dass die Prognosen der vergangenen Jahre,  welche die Grundlage für die Planung der Fichtelgebirgsautobahn gewesen waren, allesamt nicht eingetreten seien. Seit dem Jahre 1993 ist der Verkehr auf der B303 um 44 % zurück gegangen. Die Straße sei heute für 20.000 Fahrzeuge pro Tag ausgelegt; weniger als 5500 Fahrzeuge werden heute durchschnittlich täglich gezählt. Im Moment könne von einer Stagnation der Verkehrszahlen gesprochen werden. Besonders interessant sei, dass man lokale Sperrungen genau nachvollziehen könne - so hat die Sperrung bei Kornbach einen Anstieg der Fahrzeuge auf der B303 erbracht, ein Indiz dafür, dass Verkehr auch erzeugt werden kann - und als ganz besonderes Schmankerl sah der Referent die Tatsache, dass der meiste Verkehr sich jeweils an Sonntagnachmittagen ergebe, sprich Freizeitverkehr ist. "Dafür brauchen wir mit Sicherheit keine neue Autobahn," meinte er und verwies in diesem Zusammenhang auf die immensen Kosten, die volkswirtschaftlich gesehen in den Granit des Fichtelgebirges versenkt würden, wenn man die B303 nochmals "ertüchtigen" würde.

Völlig unverständlich sei, dass der Vorschlag einer Transitsperre von der Landes- und Bundespolitik nicht aufgenommen werde. Eine Transitsperre sei die finanziell und ökologisch günstigste Möglichkeit, das Fichtelgebirge ohne jeglichen Straßenneubau vom Schwerlasttransitverkehr zu entlasten. Die hiesige Wirtschaft sei davon in keinster Weise betroffen.

Oliver Dietel, weiterer Sprecher der BIG, berichtete von den Veranstaltungen des vergangenen Jahres und hob vor allem die zahlreichen Kontakte mit den lokalen und überregionalen Politikern hervor. Die sachliche Arbeit und das beharrliche Eintreten der BIG für das Fichtelgebirge habe bisher sehr erfolgreiche Gespräche ergeben.

Karlheinz Münch gab den Kassenbericht ab und berichtete über die Tätigkeit des Arbeitskreises Aktionen. Die Bürgerinitiative habe momentan 160 Mitglieder und viele Unterstützer. Christian Lorenz, Sprecher des Arbeitskreises Artenschutz, wiederholte seine Aufforderung, dem Arbeitskreis bitte alle Beobachtungen zu melden, damit man gut gerüstet sei für Ergänzungen zur Umweltverträglichkeitsstudie. Der gesamte Vorstand wurde entlastet.

Bürgermeister Harald Schlegel bedankte sich für alle Unterstützung und alle Arbeit. Ohne die vielen Helfer seien die Veranstaltungen nicht möglich gewesen, betonte er. Und er stellte auch gleich vor, was die BIG im Jahre 2010, dem insgesamt 10. Jahr des erfolgreichen Widerstands gegen die Fichtelgebirgsautobahn, auf die Beine stellen wird:

am Sonntag, 27. Juni 2010 ist um 10 Uhr ein Frühschoppen in Wülfersreuth geplant. Prominenter Redner ist dabei Professor Dr. Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern e. V.

Für September planen die Gefreeser eine weitere Kundgebung mit Mahnfeuer. Gespräche mit Politikern jeglicher Farbe werde man weiterhin  führen. Auch Informationen an alle Mitglieder des Bundesverkehrsausschusses sind in Vorbereitung.

Zu allen Veranstaltungen ist die Bevölkerung bereits jetzt herzlich eingeladen, wie  immer unter dem Motto "Keine Autobahn durch unser Fichtelgebirge!"

 
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